Lukas 2,22-40
Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, - und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.
Das heutige Fest trägt verschiedene Namen und vereint unterschiedliche theologische Aspekte:
«Darstellung des Herrn» erinnert an den jüdischen Brauch der Loslösung der männlichen Erstgeburt.
Der Name «Maria Reinigung» erinnert an den jüdischen Brauch der kultischen Reinigung der Frau nach der Geburt, der auch von der kirchlichen Tradition übernommen worden ist.
Eine besonders schöne Bezeichnung für das Fest ist der Titel: Begegnung des Herrn, den die Ostkirche verwendet.
Bleiben wir einen Moment bei dem Begriff der "Begegnung".
Im Alltag begegnen wir uns auf vielfältige Art und Weise: auf der Straße, im ÖV, am Arbeitsplatz, aber auch virtuell im Videochat oder am Telefon. Einander begegnen gehört zum Alltag. Begegnungen, ob freudig oder leidvoll, finden nahezu immer statt. Ich kann mir auch selbst begegnen, indem ich beispielsweise eine neue Seite an mir entdecke.
Begegnungen sind nicht neutral, sie lösen etwas in mir aus. Es gibt Begegnungen, die auch ein ganzes Leben verändern können.
So auch im heutigen Evangelium. Hier wird die Begegnung mit dem Messias zur Erfüllung einer lebenslangen Sehnsucht nach Heil.
Simeon und Hanna spüren an diesem Tag wie sie durch den Hl. Geist zu diesem Kind hingezogen werden, der im Lukas-Evangelium die treibende Kraft der Heilsereignisse ist. Erfüllt vor Freude ruft Simeon aus: «Nun lässt Du Herr Deinen Knecht in Frieden scheiden…». Es ist der Gebetsruf, der als «Nunc dimittis» in die Gebetstradition der Kirche eingegangen ist. Freude und vor allem Erleichterung erfasst sie, endlich treffen sie auf den Messias. In ihrer lebenslangen Sehnsucht nach dem Heiland werden sie zu Bildern des wartenden Israel auf das messianische Heil. Wieviel Vertrauen und Glaubensstärke braucht es, um so lange auszuharren, zu hoffen wider aller Hoffnung. Simeon und Hanna werden für uns zu Vorbildern im gläubigen Ausharren, in der Hoffnung, aber auch in der Sehnsucht nach Heil und Erfüllung. Manche Menschen warten tatsächlich ihr Leben lang auf eine heilsame Begegnung, einer heilsamen Begegnung mit Gott.
Doch wird diese Begegnung nicht nur für Simeon und Hanna bedeutsam, sondern auch für die Eltern Jesu, vor allem für Maria. Sicher ist sie bereits darüber erstaunt, den beiden prophetischen Gestalten zu begegnen. Doch dann wird ihr prophezeit, dass ein Schwert durch ihr Herz gehen wird, was sie erschreckt oder nachdenklich gestimmt haben mag. Eine dunkle Vorahnung, dass die Prophezeiung wahr sein könnte?
Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
Die Verse 34 und 35 werfen ein erstes Licht auch auf die Berufung Jesu. Eine düstere Vorahnung seines zukünftigen Schicksals.
Das Thema der «Begegnung» durchzieht auch das Leben Jesu selbst. Er ist für uns der Heilsbringer, der verheissene Messias. Das Wort "Heil" ist auch mit «Heil sein», «Heilung», «heilsam» verwandt. Die Menschen, die Jesus begegneten erfuhren ein konkretes Heil, nicht nur ein jenseitiges, sondern ein Heil sein und werden. Jesus zu begegnen war heilsam. Die Menschen spürten etwas von einer geheimnisvollen Kraft, die von ihm ausging (Lk 6,19). Er war ein Messias zum Anfassen wie es im 1. Johannes - Brief heisst (1 Joh 1,1):
Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben vom Wort des Lebens –
Bestimmt wirkte er bereits durch seine Präsenz heilend. Es ist nämlich das Geheimnis mancher Begegnungen, dass sie auch wortlos in sich eine verändernde Kraft haben können, durch die reine, physische Präsenz des Anderen.
Des Weiteren faszinierte er die Menschen in der Weise, wie er mit ihnen sprach und heilte. Seine Heilungen bedeuteten eine Widerherstellung der menschlichen Integrität.
Die Menschen, in ihrer Suche nach Heil, vor allem die Leidenden, spürten in ihm die Präsenz einer anderen Welt. Einer Welt der Liebe, des Friedens und der Barmherzigkeit. Einer Welt, die sie aus ihrem gesellschaftlichen Umfeld nicht kannten, wo das Recht des Stärkeren galt. Nicht viel anders als bei uns heute.
Jesus kritisierte bisweilen diese unbarmherzige Gesellschaft, nicht, weil er ein Revolutionär war, sondern weil er ganz in Gott verwurzelt, in seinem Vater lebte und handelte. Weil das Reich dieser Welt und das Reich Gottes nichts gemeinsam haben. Die Auseinandersetzung mit seinen Gegnern, ihre Hartherzigkeit, führte unweigerlich zur Konfrontation. Aber weshalb, so kann man sich fragen, rief die Jesus - Bewegung so viel Widerstand hervor, obwohl sie friedfertig war.
Der Weg der Liebe, des Vertrauens, der Vergebung, des Verstehens befreit die Menschen von ihren selbstgemachten Masken. Wenn ich wirklich geliebt und angenommen bin, muss ich mich nicht mehr verstecken, dann kann ich neues Vertrauen und Mut fassen. Daher vertreibt die Liebe die Furcht. Furcht vor sich selber, Furcht vor dem Anderen. Meine Beziehungen werden wahrhaftiger. Liebe hat daher auch etwas mit Wahrheit zu tun. Wenn ich furchtloser bin, dann kann ich im Raum dieses Vertrauens auch wahrhaftiger zu mir und zu Anderen sein, ohne die Angst, die Zuneigung des Anderen zu verlieren. Ich werde immun gegen falsche (Heils)versprechen von einem vermeintlichen Glück in Gier, Reichtum und Macht. Die Gesellschaft mit ihren Machtstrukturen fällt in sich zusammen, wenn Menschen lernen aus ihrer Angst in ein Leben der Liebe und Wahrheit herauszutreten. Das hat etwas Revolutionäres an sich und das spüren die sog. Mächtigen. Sie verlieren an Einfluss. Ihre leeren Versprechen und ihre Logik der Angst erreicht die Menschen nicht mehr. Sie fürchten sich vor dem Verlust ihres Einflusses, daher war ihnen Jesus unangenehm und musste beseitigt werden. Seine konsequent gelebte Haltung der Liebe und des Vertrauens führte ihn letztendlich ans Kreuz, an den Ort seiner Ganzhingabe, an den Ort seiner Transformation, vom Tod zur Auferstehung.
Doch können auch wir diesem Heil heute begegnen?
Was ihr einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25,45)
Zwar können wir Jesus als Menschen nicht mehr begegnen, aber dem Auferstandenen. Wir begegnen ihm in jedem Menschen, vor allem aber in den Notleidenden mit denen er sich besonders solidarisierte, denn sind wir nicht alle Notleidende, alle Bedürftige. Bedürftig nach Heil und Heilung. Jesus ist nicht nur der Messias, irgendein Gott, der vom Himmel herabgestiegen ist, um uns zu erlösen. Seine Erlösung liegt vielmehr in einem neuen Miteinander. Er ermunterte uns, ihm nachzufolgen, damit wir es ihm gleichtun, damit wir wie er zu Söhnen und Töchtern Gottes werden, zu wahren Ebenbilder Gottes. Sohn oder Tochter zu sein bedeutet nämlich von der gleichen Art zu sein von der gleichen Art wie Gott selbst. Durch unser Handeln im Geiste des Evangeliums ermöglichen wir unseren Mitmenschen, Gott konkret zu begegnen. Ein Gott, der unser konkretes Heil will, nicht nur ein Jenseitiges.
Der Gott der Bibel ist ein Gott der Begegnung: die Verheissung an Abraham, Moses im Dornbusch und auf dem Sinai, Elija auf dem Horeb. Der Glaube, das Heil ereignet sich nicht dadurch, dass man an bestimmte Dogmen glaubt, sondern Gott, dem Lebendigen begegnet, der konkretes Heil ermöglicht wie die Befreiung der Israeliten aus Ägypten oder die Rückkehr aus dem Exil. Dieser Gott interessiert sich für mein konkretes Leben, mein Heil sein im Hier und Jetzt.
Das Reich Gottes zu verwirklichen ist nicht etwas Exotisches. Es bedeutet, die Gottesebenbildlichkeit zu leben. So zu sein wie ER, als Geschöpf. Gott ist heilsam für uns, aber wir können dieses Licht Gottes als Menschen weitertragen und damit heilsam für Andere und die Welt werden.
Version française
La fête d'aujourd'hui porte différents noms et réunit divers aspects théologiques :
«Présentation du Seigneur» rappelle la coutume juive consistant à détacher le premier-né mâle.
Le nom «Purification de Marie» rappelle la coutume juive de la purification rituelle de la femme après l'accouchement, qui a également été reprise par la tradition ecclésiastique.
Le titre «Rencontre du Seigneur», utilisé par l'Église orientale, est une désignation particulièrement belle pour cette fête.
Restons un instant sur la notion de « rencontre ».
Au quotidien, nous nous rencontrons de multiples façons : dans la rue, dans les transports publics, au travail, mais aussi virtuellement, par chat vidéo ou au téléphone. Se rencontrer fait partie de la vie quotidienne. Les rencontres, qu'elles soient joyeuses ou douloureuses, ont presque toujours lieu. Je peux aussi me rencontrer moi-même, par exemple en découvrant une nouvelle facette de ma personnalité.
Les rencontres ne sont pas neutres, elles déclenchent quelque chose en moi. Certaines rencontres peuvent même changer toute une vie.
C'est le cas dans l'Évangile d'aujourd'hui. Ici, la rencontre avec le Messie est l'accomplissement d'un désir de salut qui a duré toute une vie.
Ce jour-là, Siméon et Anne se sentent attirés par l'Esprit Saint vers cet enfant qui, dans l'Évangile de Luc, est la force motrice des événements du salut. Rempli de joie, Siméon s'écrie : « Maintenant, Seigneur, tu peux laisser ton serviteur s'en aller en paix... ». C'est l'appel à la prière qui est entré dans la tradition de prière de l'Église sous le nom de « Nunc dimittis ». La joie et surtout le soulagement les envahissent, ils rencontrent enfin le Messie. Dans leur aspiration de toute une vie au Sauveur, ils deviennent les images d'Israël attendant le salut messianique. Quelle confiance et quelle force de foi faut-il pour persévérer aussi longtemps, pour espérer contre toute espérance. Siméon et Anne deviennent pour nous des modèles de persévérance dans la foi, dans l'espérance, mais aussi dans le désir du salut et de l'accomplissement. Certaines personnes attendent en effet toute leur vie une rencontre salvatrice, une rencontre salvatrice avec Dieu.
Mais cette rencontre n'est pas seulement importante pour Siméon et Anne, elle l'est aussi pour les parents de Jésus, en particulier pour Marie. Elle est certainement déjà étonnée de rencontrer ces deux figures prophétiques. Mais on lui prophétise alors qu'une épée transpercera son cœur, ce qui l'effraie ou la rend peut-être pensive. Un sombre pressentiment que la prophétie pourrait se réaliser ?
Voici, celui-ci est destiné à faire tomber et à relever beaucoup en Israël, et il sera un signe contesté, et ton âme sera transpercée par une épée. Ainsi seront dévoilées les pensées de nombreux cœurs.
Les versets 34 et 35 jettent également un premier éclairage sur la vocation de Jésus. Un sombre pressentiment de son destin futur.
Le thème de la « rencontre » traverse également la vie de Jésus lui-même. Il est pour nous le sauveur, le Messie promis. Le mot « salut » est également apparenté à « être sauvé », « guérison », « salutaire ». Les personnes qui ont rencontré Jésus ont connu un salut concret, non seulement dans l'au-delà, mais aussi dans le fait d'être et de devenir sauvées. Rencontrer Jésus était salutaire. Les gens ressentaient une force mystérieuse qui émanait de lui (Luc 6,19). Il était un Messie tangible, comme le dit la première épître de Jean (1 Jean 1,1) :
Ce qui était dès le commencement, ce que nous avons entendu, ce que nous avons vu de nos yeux, ce que nous avons contemplé et que nos mains ont touché de la parole de vie –
Sa simple présence avait certainement un effet salutaire. Le secret de certaines rencontres réside en effet dans le fait qu'elles peuvent avoir en elles-mêmes, sans un mot, un pouvoir transformateur, par la simple présence physique de l'autre.
De plus, il fascinait les gens par sa manière de leur parler et de les guérir. Ses guérisons signifiaient un rétablissement de l'intégrité humaine.
Les gens, dans leur quête de guérison, en particulier ceux qui souffraient, sentaient en lui la présence d'un autre monde. Un monde d'amour, de paix et de miséricorde. Un monde qu'ils ne connaissaient pas dans leur milieu social, où régnait la loi du plus fort. Pas très différent de notre situation actuelle.
Jésus critiquait parfois cette société impitoyable, non pas parce qu'il était un révolutionnaire, mais parce qu'il était profondément enraciné en Dieu, qu'il vivait et agissait selon la volonté de son Père. Car le royaume de ce monde et le royaume de Dieu n'ont rien en commun. Les disputes avec ses adversaires, leur dureté de cœur, ont inévitablement conduit à la confrontation. Mais pourquoi, peut-on se demander, le mouvement de Jésus a-t-il suscité autant de résistance, alors qu'il était pacifique ?
La voie de l'amour, de la confiance, du pardon, de la compréhension libère les gens de leurs masques artificiels. Si je suis vraiment aimé et accepté, je n'ai plus besoin de me cacher, je peux alors reprendre confiance et courage. C'est pourquoi l'amour chasse la peur. La peur de soi-même, la peur de l'autre. Mes relations deviennent plus authentiques. L'amour a donc aussi quelque chose à voir avec la vérité. Si je suis moins craintif, je peux être plus authentique envers moi-même et les autres dans cet espace de confiance, sans craindre de perdre l'affection de l'autre. Je deviens immunisé contre les fausses promesses (de salut) d'un bonheur supposé dans la cupidité, la richesse et le pouvoir. La société, avec ses structures de pouvoir, s'effondre lorsque les gens apprennent à sortir de leur peur pour entrer dans une vie d'amour et de vérité. Cela a quelque chose de révolutionnaire, et les soi-disant puissants le sentent. Ils perdent de leur influence. Leurs promesses vides et leur logique de la peur ne touchent plus les gens. Ils craignent de perdre leur influence, c'est pourquoi Jésus leur était désagréable et devait être éliminé. Son attitude cohérente d'amour et de confiance l'a finalement conduit à la croix, lieu de son don total, lieu de sa transformation, de la mort à la résurrection.
Mais pouvons-nous aussi rencontrer ce salut aujourd'hui ?
Ce que vous avez fait à l'un de mes plus petits frères, c'est à moi que vous l'avez fait. (Mt 25,45)
Nous ne pouvons certes plus rencontrer Jésus en tant qu'être humain, mais nous pouvons rencontrer le Christ ressuscité. Nous le rencontrons en chaque être humain, mais surtout dans ceux qui sont dans le besoin, avec lesquels il s'est particulièrement solidarisé, car ne sommes-nous pas tous dans le besoin, tous nécessiteux ? Nécessiteux de salut et de guérison. Jésus n'est pas seulement le Messie, un dieu quelconque descendu du ciel pour nous sauver. Son salut réside plutôt dans une nouvelle coexistence. Il nous a encouragés à le suivre, afin que nous fassions comme lui, afin que nous devenions, comme lui, fils et filles de Dieu, véritables images de Dieu. Être fils ou fille signifie en effet être de la même nature, de la même nature que Dieu lui-même. Par nos actions dans l'esprit de l'Évangile, nous permettons à nos semblables de rencontrer Dieu de manière concrète. Un Dieu qui veut notre salut concret, et pas seulement un salut dans l'au-delà.
Le Dieu de la Bible est un Dieu de rencontre : la promesse faite à Abraham, Moïse dans le buisson ardent et sur le Sinaï, Élie sur le Horeb. La foi, le salut ne se réalisent pas en croyant à certains dogmes, mais en rencontrant Dieu, le Vivant, qui rend possible le salut concret, comme la libération des Israélites d'Égypte ou le retour de l'exil. Ce Dieu s'intéresse à ma vie concrète, à mon salut ici et maintenant.
Réaliser le royaume de Dieu n'est pas quelque chose d'exotique. Cela signifie vivre à l'image de Dieu. Être comme LUI, en tant que créature. Dieu est salvateur pour nous, mais en tant qu'êtres humains, nous pouvons transmettre cette lumière de Dieu et devenir ainsi salvateurs pour les autres et pour le monde.
Gott Vater – Neujahr: Matthäus 11,25-26
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Als erstes möchte ich euch allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr wünschen!
In der gallikanischen Liturgie gedenken wir am 1. Januar «Gott – Vater». Man kann sich fragen, weshalb tun wir das?
Unser liturgischer Kalender ist vor allem von den sog. Herrenfesten wie Ostern und Weihnachten bestimmt, an denen wir «Gott – Sohn, Jesus Christus» gedenken. An Pfingsten feiern wir den Hl. Geist, aber ein Gedenktag zu Ehren des Vaters fehlt völlig. Daher hatten wir uns in der gallikanischen Kirche dazu entschieden, den Neujahrstag Gott – Vater selbst zu widmen, was am Beginn des neuen Jahres durchaus Sinn macht, nämlich den Ursprung aller Dinge zu bedenken und das noch junge Jahr Gott-Vater anzuvertrauen, damit er es segne.
Es ist mir durchaus bewusst, dass die Rede von Gott-Vater in der heutigen Zeit problematisch sein kann. Zu sehr sind wir im religiösen Kontext von einseitigen Vaterbildern und patriarchalen Gottesvorstellungen geprägt. Und doch kommen wir nicht umhin, anzuerkennen, dass Jesus selbst vom Vater – Abba spricht, wenn er von Gott spricht. Dabei folgt er der jüdischen Gepflogenheit, den Gottesnamen nicht auszusprechen. Er verwendet eine familiäre Form von Vater – Abba oder wie im aramäischen Abwûn. Was Jesus meint, wenn er vom Vater spricht, möchte ich kurz mit den Ausführungen von Neil Douglas Klotz aus «Das Vater unser», darlegen. Dabei verweist der Autor zunächst auf den bedeutenden Unterschied zwischen dem semitischen Sprachgebrauch und dem griechischen.
Das Griechische ist auf die exakte Formulierung bedacht, während das Semitische (hebräisch, aramäisch, arabisch) das Bildhafte betont und verschiedene Bedeutungsebenen in einem Wort anklingen lässt. Bezüglich des Vaterbegriffes schreibt Neil Douglas Klotz:
"Am Anfang des Gebetes steht der göttliche Schöpfungsprozess und der Segen, der allem Elternsein entspringt. Die alte nahöstliche Wortwurzel Ab bezieht sich auf jedes Keimen, jede Frucht, die aus der Quelle der Einheit hervorgeht. Die Wurzel Ab ist auch im aramäischen Wort für den leiblichen Vater – Abba – enthalten, aber das ursprünglich Ungeschlechtliche der Wurzel schwingt im Klang und Bedeutung mit. Obwohl Abwûn eine Ableitung dieses Wortes ist, beziehen sich seine ursprünglichen Wurzeln nicht auf ein bestimmtes Geschlecht; wir könnten sie mit ,göttlichen Eltern’ übersetzen. Es sind darin viele Bedeutungsebenen enthalten: Bwn bezeichnet den Lichtstrahl oder die Emanation der Vater-/Mutterschaft, die von der Möglichkeit aus zur Wirklichkeit im Hier und Jetzt führt."
Wenn Jesus nun vom Vater spricht, dann meint er kein ausschliesslich männliches Gottesbild, sondern bezieht sich auf diese göttliche Elternschaft, dieses Hervorgehen, Gebären aus Gott, dem Ursprung, mit dem er sich zutiefst verbunden weiss.
Schechina - Herrlichkeit Gottes
Die feminine Seite Gottes
Wenn ich von Gott – Vater spreche, benutze ich gerne das Wort «Ursprung» oder «letztgültige Wirklichkeit», um eine grösstmöglich sprachliche Offenheit zu garantieren, da diese geheimnisvolle Wirklichkeit nie ganz erfasst werden kann, weder durch die Sprache noch durch unser Denken, und doch ist sie immer da. Geheimnisvoll gegenwärtig.
Daher offenbart sich Gott als «Ich bin, der ich bin» oder «ich bin der, der ich sein werde». Das Tetragramm für JHWH bzw. die Bedeutung sagt eigentlich nicht viel aus, nur dass er, der ist, der er ist. Genau genommen drückt das nicht einmal das Sein Gottes aus. Er ist einfach in seinem So-Sein, in seinem Sein und auch Nicht-Sein.
Das heißt, diese letztgültige Wirklichkeit können wir nie mit unserem Verstand vollumfänglich erfassen, sondern nur mit dem Herzen wahrnehmen. Der kleine Prinz sagt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist unsichtbar."
Von nicht ungefähr vermeidet das Judentum und auch der Islam, den Namen Gottes auszusprechen aus Ehrfurcht vor diesem unergründlichen Geheimnis, das sprachlich nie ganz erfasst werden kann. Jedes Sprechen von Gott ist wahr und doch holt es die Abgründigkeit seines Wesens nicht ein.
Jesus preist im heutigen Evangelium den Vater und spricht: «Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und des den Unmündigen offenbart hast.»
Um zum Vater zu gelangen, um ins Himmelreich zu kommen, das uns Jesus wieder eröffnet hat, braucht man kein Studium der Theologie oder Philosophie. Manchmal kann zu vieles Grübeln und Gelehrt sein auch den Blick für das Wesentliche verstellen.
Ist nun alle Theologie und Philosophie gänzlich nutzlos? Ich denke, wir würden es uns zu einfach machen, wenn wir jegliche Theologie bzw. Philosophie abschaffen würden. Denn schliesslich gilt es auch, den Herrn mit all seiner Kraft zu suchen (vgl. Lk 10,27), eben auch der denkerischen, die ein Teil unseres Menschseins ausmacht im Wissen darum, dass sie immer begrenzt bleibt, selbst wenn wir auch mit unserem Denken, die letztgültige Wirklichkeit berühren können.
Wie bringen wir Ratio und das Herz, das seine Gründe hat, in eine rechte Balance? Anders gefragt, was bedeutet es: die Offenbarung an den Unmündigen? An einer anderen Stelle verweist Jesus darauf, dass wir wie Kinder werden sollen, um ins Himmelreich zu gelangen (vgl. Mt 18,3). Kann man Theolog*in und «Kind» zugleich sein?
Zunächst sollte das Himmelreich nicht nur jenseitig gedacht werden, es ist bereits mitten unter uns (vgl. Lk 17,21). Die Welt mit den Augen eines Kindes zu betrachten, bedeutet, sie mit offenen Augen zu sehen. So wie sie ist, vorurteilslos, ohne fixe Vorstellungen, mit offenen Herzen. Einem Herzen, das auch offen für den lebendigen Gott ist, der sich mir in meinem Leben zeigt, immer wieder neu, frisch, anders. Diese Offenheit bedingt, dass wir unseren Egoismus und unsere Vorurteile ablegen und sich der Realität so stellen wie sie ist, was nicht anderes bedeutet, als Wesentlich zu werden. Dazu muss man tatsächlich keine Theologie studiert haben. Da genügt ein offenes Herz.
Der Mystiker und Schüler Meister Eckharts, Johannes Tauler, schreibt: "Der Mensch soll seinen Grund wahrnehmen und sich kehren in das Allerinnerste seines Herzens, das ist, in das Allerinnerste seines Grundes. Man soll die Bilder fahren lassen und hindurch dringen in den allerinnersten Menschen. Der innerste Mensch kennt kein Wirken mehr, denn das Wirken liegt allein bei Gott. Er hält sich untätig und lässt Gott wirken."
Johannes Tauler spricht mit wenigen Worten aus, was dieses Kindsein ausmacht: es ist die völlige Überlassung seiner selbst an Gott und seinem Wirken. Die Bilder, d.h. die Vorstellungen, durch kontemplatives Gebet, fahren zu lassen, bedeutet nicht, dass es nichts mehr gibt oder keine Gedanken mehr aufsteigen. Aber diese Gedanken kommen aus dem Innersten, aus einer konzentrierten Klarsicht, nicht aus dem eigenen Willen. Man könnte auch von Inspiration sprechen. Die Bilder und Gedanken entstehen aus dem Innersten, aus dem Wirken des Urgrundes. Wenn wir einfach werden, wenn wir wesentlich werden, so können wir dieser geheimnisvollen Gegenwart näherkommen. Unsere Gottesbeziehung wird unmittelbarer, weniger von Bildern bestimmt. Und was ist Gott anders als das Himmelreich, der Friede, die Glückseligkeit, die Ruhe, die sich einstellt in der Kontemplation.
Die Kontemplation bewirkt nicht so sehr eine Entleerung der Gedanken, sondern des Willens, der aus dem Egoismus hervorgeht im Sinne eines unbedingten Erzwingen - wollens. Und doch ist auch der Verstand in dieser Gottesbeziehung als Beziehung zum Urgrund immer wieder aktiv mithineingenommen.
Thomas von Aquin bringt es einmal auf den Punkt, wenn er am Ende seines Lebens sagt, dass alles, was er geschrieben habe, Stroh sei im Vergleich zu dem, was er geschaut habe. Thomas von Aquin, der für Hochscholastik und Aristoteles – Rezeption steht, ganz zu schweigen von seiner «Summa Thologiae». Umgekehrt wird Magister Eckhart, selbst ein Gelehrter, gerne in die Ecke der Mystiker gestellt. Richtigerweise müsste man anerkennen, dass beide Prinzipien: Mystik und Gelehrsamkeit im Dominikanerorden zu einer wunderbaren Synthese gefunden haben (das gilt im Franziskanerorden mit dem Hl. Bonaventura ebenfalls). Das zeigt uns, dass Mystik und Theologie sich nicht widersprechen müssen, sondern zu einer Einheit finden können, einer Einheit, die sich in der letzten Wirklichkeit gründet, wenn wir den Egoismus überwinden und zu einem Selbst finden, das von dieser geheimnisvollen Wirklichkeit getragen ist, denn Gott ist immer derjenige, über den nichts Grösseres gedacht werden kann (Anselm von Canterbury).
Predigt zu Allerseelen – Psalm 130 „De profundis, Aus der Tiefe Rufe ich,Herr zu dir“ (von P. Sascha Sick)
Liebe Schwestern und Brüder,
„De profundis clamavi ad te, Domine – Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.“
So beginnt einer der eindringlichsten Psalmen. Und es ist kein Zufall, dass gerade dieser
Psalm an Allerseelen erklingt – dem Tag, an dem wir der Verstorbenen gedenken, der Tag,
an dem wir uns der Tiefe stellen: Der Tiefe des Todes, der Trauer, der Schuld und der
Hoffnung.Die Tiefe, Ort der Wahrheit von der der Psalm spricht, ist nicht nur ein Ort der
Dunkelheit. Sie ist der Ort, an dem Masken fallen. Dort, wo wir nichts mehr beschönigen
können. Dort, wo wir erkennen: Wir sind angewiesen auf Gnade. „Si iniquitates
observaveris, Domine, quis sustinebit? – Wenn du, Herr, Sünden anrechnest, wer kann
bestehen?“ Diese Frage ist keine Anklage, sondern ein Eingeständnis. Wir alle stehen vor Gott mit leeren Händen. Und gerade deshalb ist dieser Psalm ein Trost.„Apud te propitiatio est – Bei
dir ist Vergebung.“ Das ist der Wendepunkt. Der Psalm bleibt nicht in der Tiefe. Er steigt auf – nicht durch eigene Kraft, sondern durch das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit.An Allerseelen
beten wir für die Verstorbenen, dass sie diese Barmherzigkeit erfahren. Wir glauben: Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Übergang. Und wir glauben: Gott, der uns im Leben begleitet, wird uns
auch im Tod nicht verlassen.„Sustinuit anima mea in verbo eius – Meine Seele wartet auf sein Wort.“Das Warten ist kein passives Ausharren, sondern ein aktives Hoffen. Wie die Wächter auf den
Morgen, so warten wir auf das Licht Gottes. Und wir beten, dass dieses Licht auch die Seelen unserer Verstorbenen erreicht.An Allerseelen tun wir etwas
Großes: Wir beten für jene, die selbst nicht mehr beten können. Unsere Fürbitte ist ein Akt
der Liebe. Wir sagen: Du bist nicht vergessen. Du bist nicht verloren. Du bist in Gottes
Händen.Psalm 130 ist kein Psalm der Verzweiflung, sondern der Hoffnung. Er führt uns
durch die Tiefe zur Vergebung, durch die Nacht zum Morgen, durch den Tod zum Leben.
Möge dieser Psalm heute unser Gebet sein – für unsere Verstorbenen, für uns selbst, für alle,
die aus der Tiefe rufen.
Amen.
Homélie pour la Commémoration des Fidèles Défunts – Psaume 130 « De profundis »
Chères sœurs, chers frères,
« De profundis clamavi ad te, Domine – Du fond de l’abîme je crie vers toi, Seigneur. »
Ainsi commence l’un des psaumes les plus poignants. Et ce n’est pas un hasard si ce psaume
résonne précisément en ce jour des fidèles défunts – ce jour où nous faisons mémoire de ceux qui nous ont quittés, ce jour où nous faisons face à la profondeur : celle de la mort, du deuil, de
la
culpabilité et de l’espérance. La profondeur, ce lieu de vérité dont parle le psaume, n’est pas seulement un lieu de ténèbres. C’est
là que tombent les masques. Là où nous ne pouvons plus rien dissimuler. Là où nous
reconnaissons : nous dépendons de la grâce. « Si tu retiens les fautes, Seigneur, Seigneur, qui subsistera ? »
Cette question n’est pas une accusation, mais un aveu. Nous nous tenons tous devant Dieu les mains
vides. Et c’est précisément pour cela que ce psaume est une consolation.
« Mais auprès de toi se trouve le pardon. »
C’est le tournant. Le psaume ne reste pas dans l’abîme. Il s’élève – non par sa propre force, mais
par la confiance en la miséricorde de Dieu.
En ce jour des fidèles défunts, nous prions pour ceux qui nous ont précédés, afin qu’ils
expérimentent cette miséricorde. Nous croyons : la mort n’est pas une fin, mais un passage. Et nous
espérons et croyons : Dieu, qui nous accompagne dans la vie, ne nous abandonnera pas dans la
mort.
« Mon âme attend le Seigneur, plus qu’un veilleur n’attend l’aurore. »
Cette attente n’est pas une résignation passive, mais une espérance active. Comme les veilleurs
guettent le matin, nous attendons la lumière de Dieu. Et nous prions pour que cette lumière atteigne
aussi les âmes de nos défunts.
En ce jour, nous accomplissons un acte grand et profond : nous prions pour ceux qui ne peuvent
plus prier eux-mêmes. Notre intercession est un acte d’amour. Nous disons : tu n’es pas oublié. Tu
n’es pas perdu. Tu es entre les mains de Dieu.
Le Psaume 130 n’est pas un psaume de désespoir, mais d’espérance. Il nous conduit à travers les
profondeurs vers le pardon, à travers la nuit vers le matin, à travers la mort vers la vie.
Que ce psaume soit aujourd’hui notre prière – pour nos défunts, pour nous-mêmes, pour tous ceux
qui crient du fond de l’abîme.
Amen.
Predigt zum Hochfest Allerheiligen (von P. Sascha Sick)
Wir sind zur Heiligkeit berufen
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
am heutigen Hochfest Allerheiligen schauen wir auf die unzählige Schar der Heiligen – bekannte und unbekannte –, die uns vorausgegangen sind und nun in der himmlischen Herrlichkeit leben. Doch
dieses Fest ist nicht nur ein Rückblick. Es ist ein Ruf. Ein Ruf an jeden von uns: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ (Lev 11,44 – Vulgata: „Sancti estote, quia sanctus sum ego Dominus Deus
vester“).Die Heiligkeit ist keine Sonderberufung für wenige Auserwählte. Sie ist das Ziel jedes Christen. Der heilige Augustinus schreibt:„Gott hat uns erschaffen ohne uns, aber er will uns nicht
retten ohne uns.“Das bedeutet: Die Gnade Gottes ist der Anfang, aber unsere freie Antwort ist notwendig. Der heilige Paulus mahnt in
seinem Brief an die Epheser:„Ut sitis sancti et immaculati in conspectu eius in caritate“ –
„Damit ihr heilig und untadelig seid vor seinem Angesicht in Liebe“ (Eph 1,4).Die Heiligen
sind keine perfekten Menschen gewesen. Sie waren verwundbar, kämpfend, oft auch
zweifelnd. Aber sie haben sich ganz Gott überlassen. Der heilige Johannes Chrysostomus
sagt:„Die Heiligen sind wie Sterne: Sie leuchten nicht für sich selbst, sondern für
andere.“Sie zeigen uns, dass Heiligkeit nicht in spektakulären Taten liegt, sondern im treuen
Leben aus dem Glauben, in der Liebe zu Gott und zum Nächsten.Heiligkeit beginnt im
Kleinen:
• In der Geduld mit dem schwierigen
• Im Gebet für die, welche einen nicht mögen
• Im stillen Dienst am nächsten
• Im Sakrament der Beichte und der Eucharistie
Der heilige Franz von Sales betonte:„Die Heiligkeit besteht nicht darin, außergewöhnlich
zu sein, sondern darin, außergewöhnlich treu zu sein.“Im heutigen Evangelium hören wir
die Seligpreisungen (Mt 5,1–12). Sie sind das Herzstück der Heiligkeit.„Beati mundo
corde, quoniam ipsi Deum videbunt“ – „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden
Gott schauen“ (Mt 5,8).Die Seligpreisungen sind kein Ideal für eine ferne Zukunft, sondern
eine Einladung für das Jetzt.Allerheiligen ist ein Fest der Hoffnung. Es zeigt uns: Heiligkeit
ist möglich. Nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Gnade Gottes, die in uns wirkt. Der
heilige Thomas von Aquin lehrt:„Die Heiligkeit ist die vollkommene Vereinigung mit Gott
durch die Liebe.“Lasst uns also heute neu antworten auf diesen Ruf:Nicht mit Angst,
sondern mit Vertrauen. Nicht mit Resignation, sondern mit Freude. Denn wir sind berufen –
zur Heiligkeit.
Amen.
Homélie pour la Solennité de la Toussaint
Nous sommes appelés à la sainteté
Chers sœurs et frères dans le Seigneur,
En cette solennité de la Toussaint, nous contemplons la multitude innombrable des saints – connus
et inconnus – qui nous ont précédés et vivent désormais dans la gloire céleste. Mais cette fête n’est
pas seulement un regard vers le passé. C’est un appel. Un appel adressé à chacun de nous :
« Soyez saints, car je suis saint » (Lv 11,44 – Vulgate : « Sancti estote, quia sanctus sum ego
Dominus Deus vester »). La sainteté n’est pas une vocation réservée à quelques élus. Elle est le but de tout chrétien. Saint
Augustin écrit : « Dieu nous a créés sans nous, mais il ne veut pas nous sauver sans nous. »
Cela signifie : la grâce de Dieu est le commencement, mais notre réponse libre est nécessaire.
Saint Paul exhorte dans sa lettre aux Éphésiens : « Ut sitis sancti et immaculati in conspectu eius in caritate » –
« Pour que vous soyez saints et irréprochables devant lui dans l’amour » (Ep 1,4).
Les saints n’étaient pas des êtres parfaits. Ils étaient vulnérables, combattants, souvent aussi dans le
doute. Mais ils se sont entièrement remis à Dieu.
Saint Jean Chrysostome dit :
« Les saints sont comme des étoiles : ils ne brillent pas pour eux-mêmes, mais pour les autres. »
Ils nous montrent que la sainteté ne réside pas dans des actes spectaculaires, mais dans une vie
fidèle vécue dans la foi, dans l’amour de Dieu et du prochain.
La sainteté commence dans les petites choses :
• Dans la patience envers les personnes difficiles
• Dans la prière pour ceux qui ne nous aiment pas
• Dans le service discret envers le prochain
• Dans les sacrements de la réconciliation et de l’eucharistie
Saint François de Sales soulignait :
« La sainteté ne consiste pas à être extraordinaire, mais à être extraordinairement fidèle. »
Dans l’Évangile d’aujourd’hui, nous entendons les Béatitudes (Mt 5,1–12). Elles sont le cœur de la
sainteté : « Beati mundo corde, quoniam ipsi Deum videbunt » –
« Heureux les cœurs purs, car ils verront Dieu » (Mt 5,8).
Les Béatitudes ne sont pas un idéal pour un avenir lointain, mais une invitation pour le présent.
La Toussaint est une fête d’espérance. Elle nous montre : la sainteté est possible. Non par nos
propres forces, mais par la grâce de Dieu qui agit en nous.
Saint Thomas d’Aquin enseigne :
« La sainteté est l’union parfaite avec Dieu par l’amour. »
Répondons donc aujourd’hui à cet appel :
Non pas avec crainte, mais avec confiance.
Non pas avec résignation, mais avec joie.
Car nous sommes appelés – à la sainteté.
Amen.
